Mental Make-Up

Neulich beim Kunden ...

Verantwortung

Verantwortung. Für die Erreichung der Kennzahlen, für die strategischen Ziele, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder gar die gesamte Organisation. Hat Verantwortung und die Fähigkeit und Bereitschaft zu ihrer Übernahme nicht auch Voraussetzungen? JA!

Einer Herausforderung, der sich Unternehmen täglich gegenüber sehen ist in meinen Augen das ausbalancieren zwischen ›dem System‹, ›den Prozessen‹ und ›den Menschen‹, die innerhalb des Systems die Prozesse am Laufen halten – oder eben auch nicht. Der Unternehmer, der ausschließlich vom Gesamtsystem her denkt läuft Gefahr den Blick auf die Fähigkeiten und die Anstrengungs­bereitschaft seiner Mitarbeiter weniger wichtig zu nehmen. Der Fokus auf Prozesse hält eine Organisation in kontinuierlicher Bewegung, ständige Diskussionen über Optimierungen und damit über Tätigkeiten könnten eine Folge sein. Der Blick auf die Menschen schafft womöglich ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz der Verschiedenheit der unterschiedlichen Persönlichkeiten, vernachlässigt aber eventuell die Ergebnisfokussierung.

Kennen Sie die Antreiber und Motivatoren Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Könnten Sie sagen, wie diese ihr Selbstverständnis als Ihre Angestellten beschreiben würden? Und wenn Sie selbst angestellt sind: Ist Ihnen klar, wofür Ihr Vorgesetzter einsteht und wofür nicht? Risiko und Nebenwirkung solcher Überlegungen könnte das bewusste Erleben des eigenen Verantwortungsgefühls oder die Einsicht sein, dass Sie gute Gründe dafür gefunden haben, Ihre eigenen Prinzipien zu verraten. Meine beste Metapher dafür ist die Frage an Unternehmenslenker und Angestellte, warum sie morgens aufgestanden sind. Ich habe noch niemanden getroffen, der eingesteht, eine automatische Kippvorrichtung am Bett installiert zu haben die ›macht‹, das Du aufstehst! Nein, wir sind es schon selbst, was aber noch nicht die Frage klärt, was uns antreibt: Angst oder die Verheißung, heute einen Schritt zum eigenen Ziel zu tun? Gespannte Erwartung auf das, was heute kommt oder die Befürchtung von kleinen und mittleren Katastrophen, war ja gestern schließlich auch schon so?

Einsichten aus der Arbeitsmethodik unterstützen uns, die Perspektiven zu wechseln. So rät etwa David Allen zur Heißluftballon-Perspektive:

Was ist die Vision auf 10.000 Meter?
Welche aktuellen Vorhaben leiten uns in deren Richtung auf 6.000 Meter?
Und welche Schritte sind heute auf dem Boden der Dinge zu gehen, um diese Richtung nicht nur einzuschlagen sondern auch konkrete Schritte zu gehen?

Mit dieser Perspektive vergewissern Sie sich a) der ureigenen und vollen Verantwortung für das, was passiert und erleichtern sich b) die Orientierung auf Resultate: Was braucht es auf der Systemebene, welche Ergebnisse sollen die Prozesse liefern und unter welchen Bedingen rufen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihre beste Leistung ab. Eine Perspektive, die womöglich Dollarzeichen in den Augen des Unternehmers aufleuchten lässt und sich gleichzeitig günstig auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirkt.

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